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Geschichte


Altkünkendorf hieß ursprünglich neues Künkendorf

Der Ortsname "Künkendorf" geht auf "Konikendörp" auch "Konckendorp" zurück. Er leitet sich aus dem mittelhochdeutschen Wort "Konike", heute Konrad, her. Den Zusatz "Alt" erhielt der Ort zur Unterscheidung vom nahe gelegenen Neukünkendorf.

Bereits im 3. Jahrhundert siedelten in Altkünkendorf Menschen. Die erste schriftliche Erwähnung fand der Ort in einer Urkunde aus dem Jahre 1287. Sie bezieht sich auf eine Mühle bei "Konckendorp", die dem Klosters Chorin gehörte. Im 14. und 15. Jahrhundert bekannten sich viele Dorfbewohner zu den Waldensern, einer Glaubensgemeinschaft, die von der Kirche als Ketzer verfolgt und mit Inquisition bedroht wurde. Altkünkendorf gehört deshalb zu den Angermünder "Ketzerdörfern". Die verheerenden Auswirkungen des 30jährigen Krieges sind im Dorf auch viele Jahre danach zu spüren. Noch 1687/88 liegen alle Bauernhöfe und 14 der 26 Kossätenstellen wüst. Erst um die Wende zum 19. Jahrhundert kommt es zu einer spürbaren wirtschaftlichen Erholung. 1801 gibt es 1 Schmiede, 1 Krug, 1 Förster, 1 Wassermühle sowie 1 mit Wasser betriebene Schneidemühle. 1829 gründen die von Rohr das Vorwerk Louisenhoff (heute Luisenhof). 1881 erhält Altkünkendorf eine eigene Postagentur und 1886 eine Telegrafenleitung nach Angermünde.

Die Geschichte des Altkünkendorfer Rittergutes lässt sich weit zurück verfolgen. Ab der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts bis 1668 besaß die Familie von Arnsdorff das Gut, um 1687 die von Lattdorf und von 1788 bis 1872 die Familie von Rohr. Anfang des 20. Jahrhundert ging das Gut in bürgerlichen Besitz über. 1946 werden 889 ha Land enteignet und aufgeteilt. 1951 gibt es im Dorf 88 aus der Bodenreform hervorgegangene land- und fortswirtschaftliche Betriebe. 1958 bildet sich die LPG "Frohe Zukunft" und 1960 die LPG Typ I. Ab 1977 hat das VEG Zuchenberg seinen Sitz im Dorf.

1992 bildet Altkünkendorf mit 21 weiteren Gemeinden eine Verwaltungsgemeinschaft - das Amt Angermünde Land. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Dorf selbst verwaltet. Vor allem in den Neuziger Jahren des 20. Jahrhunderts erweitert sich der Ort durch Zuzug entlang der Wolletzer Straße. 2001 schließt sich Altkünkendorf als erstes Dorf des Amtes Angermünde Land freiwillig mit der Stadt Angermünde zusammen.

Zeittafel aus Altkünkendorf

  • 1287 - Erste urkundliche Erwähnung
  • 1354 - Oldenkunekendorph fällt an Pommern
  • 1375 - werden die von Arnsdorff zu Künckendorf Eigentümer
  • 1459 - Altkünkendorf ist wüst, so heißt es im Brandenburg-schen Stiftsmatrikel
  • 1495 - erhalten Otto und Hans von Arnsdorff das Gut als Lehen
  • 1720 - Übernahme der Gutswirtschaft durch die Familien von Linger und von Rohr
  • 1722 - Bau des Vorwerkes Grumsin
  • 1783 - Aufnahme des Schulunterrichtes
  • 1829 - Luisenhof wird zum Vorwerk ausgebaut
  • 1846 - Grumsin wird Oberförsterei
  • 1891 - Errichtung einer Postagentur
  • 1937 - Grumsin kommt zu Altkünkendorf
  • 1945 - Der Landbesitz des Gutsherren wird an 33 Landarbeiter, Umsiedler und Kleinbauern verteilt
  • 1960 - Es erfolgt der Zusammenschluss aller Bauern zur LPG „8. März“
  • 1988 - Die Kirche wird unter Denkmalschutz gestellt
  • 1994 - Denkmalgerechte Sanierung des Gutshauses
  • 1996 - Bau der Trauerhalle auf dem Friedhof
  • 1998 - Gestaltung des Festplatzes
  • 1999 - Bau des Feuerwehrgerätehauses
  • 2000 - Abschluss der Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses
  • 1999-01 - Restauration der Kirche (Schiff und Turm)
  • 2001 - Eingemeindung – Ortsteil von Angermünde
  • 2003 - Orgel aus dem Jahr 1850 wird restauriert
  • 2005 - Einweihung des Wanderrastplatzes
  • 2006 - Aufbau eines Landschulheimes  
  • 2011 - „Grumsiner Forst“ ist UNESCO-Weltnaturerbe